In Comics, Computerspielen und Horrorfilmen sorgen Zombies für schaurigen Grusel. Doch die Untoten sind weit mehr als Schreckgespenster der modernen Popkultur. Tatsächlich finden sich die ersten überlieferten Geschichten über wiederbeseelte Tote sich bereits in einem der ältesten literarischen Werke der Menschheit, dem Gilgamesch-Epos. Sogar in der Bibel treiben die Untoten ihr Unwesen. Aber wie sind die Mythen um die lebenden Toten überhaupt entstanden? Und warum üben Zombies bis heute eine so große Faszination auf uns aus?

Zombies kommen vor allem in aktuellen Erfolgsserien vor. Doch was steckt hinter dem Begriff Zombie?Die Ursprungsgeschichte des „modernen“ Zombies

Zombies gehören zur Gruselabteilung ebenso dazu wie Vampire und Werwölfe. Zahlreiche Filme und Fernsehserien wie „Resident Evil“ oder „The Walking Dead“ zeigen, wie die lebenden Toten auferstehen – und gierig nach den Lebenden trachten. Seelenlos, mit leerem Blick und wie ferngesteuert sind sie auf der Suche nach Menschenfleisch. Das Einzige was sie stoppen kann ist die komplette Zerstörung ihres Gehirns. Ziemlich brutal. Wo aber liegt der Ursprung der Figur des lebenden Toten und vor allem: Welche menschlichen Urängste verkörpern Zombies eigentlich?

Die in der modernen Populärkultur herrschende Vorstellung von Zombies wurde ganz entscheidend von George A. Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ aus dem Jahr 1969 geprägt. Romero zeigte Zombies als sich quälend langsam dahinschleppende, seelenlose Leichen, die Menschen angreifen – und fressen. Doch erfunden hat er die lebenden Leichen nicht. Denn die Vorstellung, dass Tote zurückkehren können, ist nicht neu. Im Gegenteil – sie ist sehr alt.

Der Mythos der lebenden Toten zieht sich durch alle Kulturen

Bereits für die Frühgeschichte der Menschheit existieren Indizien dafür, dass die Menschen die Wiederkehr der Verstorbenen fürchteten. Und diese Angst zieht sich durch alle Kulturen. In China hießen die Wiedergänger im 7. Jahrhundert v. Chr. „Jiang Shi“, im Arabien des 7. Jahrhunderts n. Chr. „Ghul“ und die Wikinger fürchteten sich vor dem „Draugr“. Alle diese Bezeichnungen gelten nur einem einzigen Wesen: Dem Untoten, der wiederkehrt, um die Lebenden zu fressen – und zu infizieren.

Bis ins späte 18. Jahrhundert herrschte auch in der Bevölkerung Mitteleuropas große Angst vor der Rückkehr der lebenden Toten. Der bis heute bekannte Brauch, eine Totenwache abzuhalten galt ursprünglich der Sorge, der Tote könnte sich aus seinem Schlaf erheben. Die Wächter hatten die Aufgabe, ihn im Notfall zu erschlagen. Gruselig aber wahr: Dies kam durchaus vor. Denn früher waren die Methoden den Tod festzustellen deutlich unzuverlässiger als heute. Zombies verkörpern die menschliche Urangst vor dem Tod.

Im Voodoo-Glauben auf Haiti ist die Furcht vor den lebenden Toten bis heute fest verankert. Von hier aus brachten die US-amerikanischen Besetzer die Geschichten über die Zombies mit nach Amerika. Wo der Zombie in den 1920er Jahren durch Comics und Kinofilme populär wurde. Bis heute haben Sie uns nicht ganz losgelassen.

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