Das Kartenlegen zählt zu den beliebtesten Arten der Zukunftsprognose und Unterhaltung. Aber aus welchem Bedürfnis heraus entstand das Kartenlegen, woher kommt es und warum ist es heute so stark verbreitet? Wir sind dieser Frage nachgegangen und haben die Antworten herausgefunden.

Ursprünge vom Kartenlegen erklärt

Das Bedürfnis nach Wahrsagerei ist alt

Die Kartenlegekunst ist ein Teil der Wahrsagerei. Sie zielt ab auf das Vorhersagen bestimmter Schicksalsmomente oder besonderer Ereignisse im Leben eines Menschen. Eine solche Praxis wurde bereits in der Antike von Priestern angeboten und gehörte zur ganz normalen gesellschaftlichen Praxis. Wenn besondere Ereignisse wie etwa ein Krieg bevorstanden, suchten die Herrscher spezielle Orakel auf, um deren Ratschlag einzuholen. Zu den berühmtesten von ihnen zählte das Orakel von Delphi, um nur ein Beispiel zu nennen. Aber auch die „normale“ Bevölkerung gab Geld aus, um die Kunst des Wahrsagens in Anspruch zu nehmen. Sie wollten für ihr Schicksal gewappnet sein. Nach der Verbreitung des Christentums galt die Wahrsagerei der antiken Religionen jedoch als weitläufig als Praxis des Heidentum. Der Orakelspruch wurde untersagt und die Wahrsagerei fand nunmehr nur noch „unter der Hand“ statt.

Karten werden erstmals in China gelegt

Die Karten erfuhren ihre großflächige Verbreitung über die östliche Welt. In China wurde schon im siebten Jahrhundert ein frühzeitiges Druckverfahren mittels Holztafeln erfunden. Um diese Zeit verbreiteten sich auch Spielkarten, die auf diese Weise mehrfach gedruckt werden konnten. Dazu gehörten auch die Karten, die für das Kartenlegen genutzt wurden. Doch wie dürfen wir uns den Prozess des Kartenlegens überhaupt vorstellen? Nicht jeder weiß etwas mit diesem Begriff anzufangen – Zeit also, unsere Allgemeinbildung etwas aufzufrischen.

Beim Kartenlegen wird zunächst einmal davon ausgegangen, dass jeder Mensch ein bestimmtes Schicksal in sich trägt. Durch das Legen der Karten lässt sich etwas über dieses Schicksal in Erfahrung bringen. Die Menschen erhalten so Informationen über ihre Lebenssituation. Das gibt ihnen die Möglichkeit, ihr Handeln bewusst auf diese Situation abzustimmen. Anders als beim antiken Orakelspruch kann das Schicksal hier nicht nur im Tempel von den dortigen Priestern in Erfahrung gebracht werden. Die Wahrsagerei erfuhr so eine viel weitere Verbreitung. Bestimmte Karten sind mit besonderen Vorhersagen verbunden. Wie schon der antike Orakelspruch ist jedoch auch das Los der Karten nie völlig eindeutig. Es gibt lediglich einen Hinweis, der von dem Menschen verstanden werden kann, dem die Karten gelegt werden.

Diese Gruppen sorgen für eine Verbreitung

In Europa taucht die Wahrsagerei seit der Erfindung des Buchdrucks im fünfzehnten Jahrhundert wieder verstärkt auf. Doch es sind nicht die Priester, die sich um das Kartenlegen kümmern. Fahrendes Volk und Spielleute legen den Menschen seit dieser Zeit für etwas Geld die Karten und versprechen Zukunftsprognosen. Ab dem achtzehnten Jahrhundert sorgen Okkultisten aus Frankreich dafür, dass immer mehr Menschen sich die Karten legen lassen. Dabei wird davon ausgegangen, dass das antike Geheimwissen nie ganz verschwunden ist. In Kartensystemen wurde es über die Jahrhunderte von verschiedenen Gruppen aufbewahrt. Neben den bekannten Tarortkarten werden heutzutage auch sogenannte Zigeunerkarten, Lenormandkarten oder Kipperkarten zum Kartenlegen genutzt.

Fazit

Das Kartenlegen ist ein bedeutsamer Teil der Wahrsagerei. Wie schon vom Orakelspruch in der Antike erhoffen sich die Menschen davon eine wichtige Prognose über ihr persönliches Schicksal. Mit Beginn der Neuzeit verbreiten sich spezielle Karten, die von Wahrsagern für das moderne Kartenlegen genutzt werden. Besondere Karten geben dabei Aufschluss über große Ereignisse im Leben eines Menschen.

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