Wer schon mal einen Blick auf den Aktienmarkt gewagt hat, sieht sich schnell im Dschungel der Fachbegriffe verloren. Für etwaige Kursentwicklungen und -modelle gibt es in der Regel immer einen fachsprachlichen Ausdruck, sogar für die verschiedenen Anlagemöglichkeiten selbst existieren zahlreiche Begriffe, die sich ohne Weiteres nicht jedem ergeben. Wir möchten etwas Klarheit schaffen und klären heute, was man unter Investmentfonds versteht.

Investmentfonds einfach erklärt

Was sind Investmentfonds?

Ganz einfach formuliert:Ein Investmentfonds ist sozusagen ein Topf, der die Gelder vieler Anleger sammelt und in verschiedene Aktien investiert. Dabei wird das Prinzip der Risikostreuung genutzt. Das Wort Fonds ist eine Abkürzung für Investmentfonds und kann in den meisten Fällen synonym hierzu verwendet werden. Zusätzlich unterscheidet man zwischen passiven Fonds, die normalerweise nur einen (Aktien-)Index abbilden (z.B. der DAX) und aktiven Fonds, die wiederum bestimmte Wertpapiere spezieller Industrien, ganzer Länder, oder einer einzelnen Branche abbilden (zum Beispiel Flugzeugfonds).

Funktionsweise einfach erklärt

Ein Investmentfonds investiert das Geld mehrerer Anleger im Sinne eines vorab definierten Anlageziels. Die einzelnen Anleger können zumeist auch mit kleineren Summen einsteigen. Zudem müssen Sie die Investitionsentscheidungen nicht selbst treffen. Diese werden stattdessen von einem Fondsmanager getroffen, der sich idealerweise gut auf seinem Gebiet auskennt. Er wiederum gehört einer Fondsgesellschaft an. Juristisch betrachtet handelt es sich übrigens um ein „Sondervermögen“. Die Anleger erwerben je nach Investition einen Anteil an diesem Sondervermögen.

Investmentfonds unterliegen zu unserem Schutz nach deutschem Recht strengen Vorlagen. In der Regel dürfen maximal 5 % des Vermögens in einem Wertpapier angelegt werden. Zudem müssen sich mindestens 16 Wertpapiere im Fonds befinden. Das entspricht dem Prinzip der Risikostreuung. Ein Nachteil von Investmentfonds gegenüber einzelnen Aktien sind die höheren Gebühren. Diese entstehen vor allem durch den Verwaltungsaufwand der Fondsgesellschaft.

Wie vermehrt sich das Geld?

Wer erfolgreich investieren mit Investmentfonds als Form der Kapitalanlage in Betracht zieht, möchte natürlich, dass sich das Geld im Fonds vermehrt. Nichtsdestotrotz sollte er aber ebenso wissen, dass er sich nicht vollkommen darauf verlassen kann, dass es tatsächlich hierzu kommt. Ein gewisses Risiko ist schließlich nie auszuschließen. Zwar ist die Risikostreuung eine probate Methode, das Risiko zu minimieren, dennoch kann sie es natürlich nicht auf Null herunterschrauben.

Der Investmentfondsmanager legt das Anlegergeld nach einem bestimmten Prinzip an. Wenn es sich zum Beispiel um DAX-Aktienfonds handelt, wird er die Gelder auf DAX-Aktien verteilen. Wenn die von ihm ausgewählten Aktien an Wert gewinnen, so gewinnt auch der Investmentfonds an Wert.

Das Gleiche gilt selbstverständlich für Verlust. Der Vorteil ist aber, dass sich in einem Fonds viele Aktien befinden. In einem Fonds können beispielsweise 100 Aktien enthalten sein. Wenn zwei davon an Wert verlieren, kann es trotzdem sein, dass der Wert des Investmentfonds noch weiter (wenn auch weniger stark) steigt.

Wie berechnet sich der Anteil eines Anlegers?

Der Übersicht halber schauen wir uns ein Beispiel mit kleinen Zahlen an: Wenn ein Fonds in der Summe nur 200 Euro wert wäre und es wären 100 Anteile verkauft worden, so wäre jeder Anteil 2 Euro Wert (Summe der Vermögenswerte/Anteile). Wenn ein Anleger nun 5 dieser Anteile gekauft hätte, so hätte er 10 Euro Anteil an dem Fonds (Wert eines Anteils x Anzahl der Anteile). Wenn sich nun der Vermögenswert des Investmentfonds verdoppeln würde, so würden sich auch die 10 Euro auf 20 Euro erhöhen. Ob sich Fonds lohnen würden, klärten wir bereits an anderer Stelle.

Kurz & knapp zusammengefasst

Ein Investmentfonds bündelt mehrere, von einem Manager ausgewählte Aktien in einem „Paket“. Die Anleger investieren direkt in dieses Gesamtpaket. Vorteile sind die Risikostreuung und der geringe Aufwand für eigene Investitionsentscheidungen. Nachteile sind höhere Gebühren und eine gewisse Abhängigkeit von den Entscheidungen des Investmentfondsmanagers.

Hinweis: Dieser Text ersetzt keine Beratung durch einen Finanzberater oder Rechtsanwalt, sondern dient lediglich einfachen Informationszwecken. Dabei soll der Text weder konkrete Empfehlungen, noch eine Beratung enthalten. Wir können keine Garantie für die Richtigkeit der Inhalte übernehmen, auch wenn wir unsere Quellen sorgfältig ausgesucht haben.

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