Am 20. September jährt sich der Tod von Jim Croce. Doch wer war der Mann, der 1973 auf dem Weg zur Arbeit tödlich mit dem Flugzeug verunglückte? Gerade einmal 30 Jahre war Jim Croce alt, als er in seinem Privatjet zusammen mit seinem Gitarristen Maury Muehleisen auf dem Weg zum Konzert abstürzte – einen Tag bevor sein Album „I Got A Name“ veröffentlicht werden sollte. Erschienen ist es dann am ersten Dezember. „Photographs & Memories“ hieß das erste Best-Of-Album, das im Folgejahr herauskam. „Fotos und Erinnerungen“, so die wortwörtliche Übersetzung. Dieses posthume akustische Fotoalbum trägt als Ort der Erinnerung an einen gefeierten Sänger eigentlich den Titel eines Songs über eine vergangene Liebe. Doch es ist voller Fotoabzüge: nicht nur von einer erfolgreichen Karriere, sondern auch von berührenden, fiktionalen oder fiktionalisierten Erinnerungen, die wirken wie Momentaufnahmen aus dem Leben eines eloquenten Freundes.

Wie zum Beispiel das hinreißende „I’ll Have To Say I Love You In A Song“, das Croce nach einer Meinungsverschiedenheit mit seiner Frau Ingrid schrieb. Dies war sein Mittel, mit der Situation umzugehen. Anstatt mit Ingrid zu streiten, schrieb der Folkrocksänger die Nacht durch und spielte ihr den Song am nächsten Morgen vor. Gibt es ein schöneres Bild für das Familienalbum eines Musikers?

Karriere von Jim Croce

James Joseph Croce wurde im Jahre 1943 geboren und begann bereits im zarten Alter von sechs Jahren das Akkordeonspiel. Ab seinem zwölften Lebensjahr komponierte er Lieder auf der Gitarre. 1966 nahm der Jüngling aus Pennsylvania das erste Album „Facets“ auf; 1969 folgte eine Platte zusammen mit seiner Frau, mit der er nach New York gezogen war: „Ingrid & Jim Croce“, das allerdings kommerziell floppte.

Nach einer ausgedehnten Tour waren die Croces enttäuscht vom Musikbusiness, verkauften all ihr Equipment bis auf eine Gitarre und Jim verdiente seinen Lebensunterhalt unter anderem als Lastwagenfahrer und Bauarbeiter. Es hätte dies das vorzeitige Ende einer großen Karriere bedeutet; Croce wäre womöglich noch am Leben und die Welt um einige ihrer wunderbarsten Songs ärmer.

Doch 1970 lernte er Muehleisen kennen, einen jungen, klassisch geschulten Gitarristen, den Croce bei Konzerten begleitete. Doch mit der Zeit tauschten die beiden die Rollen und 1972 ging Croce, der die ganze Zeit noch immer Songs geschrieben hat, wieder ins Studio. Wieder drei Jahre später folgte dann „You Don’t Mess Around With Jim“, das die Spitze der US-Charts erklomm. Der letzte Langspieler, der zu Croces Lebzeiten veröffentlicht wurde, war „Life And Times“, das ebenfalls in den Top Ten chartete.

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