Was früher undenkbar erschien, ist längst Realität geworden: mittlerweile ist jeder vierte Deutsche tätowiert, wie eine Umfrage des Analysedienstes Statista kürzlich zeigte. Der Bevölkerungsanteil der Tätowierten nimmt hierzulande schon seit Jahren zu, ein Ende des Trends scheint bisher nicht in Sicht. Die Geschichte des Tattoos zeichnete dabei im Laufe der Zeit eine Entwicklung, die kaum interessanter sein könnte.

Warum tätowieren sich Menschen - die Erklärung
Getreu des Mottos „Wer schön sein will, muss leiden“ stellt sich die Frage: warum tätowieren sich Menschen?

Weg vom einstig angehefteten Milieucharakter entwickelte sich das Tattoo für viele zum Schönheitsideal unserer Zeit. Doch warum tätowieren sich Menschen überhaupt? Worin liegen die Ursprünge dieses Phänomens? Ergründen wir gemeinsam die Bedeutungen, die den permanenten Hautbemalungen heutzutage zugeschrieben werden.

Heutige Bedeutung der Tätowierungen für den Menschen

In der westlichen Welt werden Tätowierungen heute beinahe ausschließlich als stylisches Mittel der Selbstverwirklichung angesehen. Die Artists des Tattoo Studio Anansi in München verraten uns die häufigsten Beweggründe der Menschen, die sich dazu entscheiden, sich tätowieren zu lassen:

„Ein Tattoo ist zunächst immer etwas sehr Persönliches. Etwas, von dem sich der jeweilige Mensch wünscht, dass es bleibt. In den Motiven kann ein tieferer Sinn stecken oder eine spontane Idee verewigt werden – was gestochen wird, ist letzten Endes natürlich jedem selbst überlassen. Häufig dienen Tattoos dem Ausdruck unserer innersten Gefühle.

In der Regel verbindet der Tätowierte Liebe, Trauer, Freude, Glück oder ein anderes Gefühl mit seinem Tattoo. Selbst wenn die künstlerische Selbstverwirklichung im Vordergrund steht, geht damit die Verbindung zum inneren Wohlbefinden und der eigenen Gefühlswelt einher.“

Psychologische Aspekte eines Tattoos

Die Aussagen der Tätowierer decken sich auch mit aktuellen Beobachtungen aus der Psychologie. Wie Zeit Online berichtet, würden sich Menschen mit Tätowierungen sogar attraktiver fühlen. Ein Tattoo könne auf diese Weise nachhaltig die Seele stärken, heißt es weiter. Begünstigt würde dies unter anderem durch das Durchlaufen der recht schmerzhaften Prozedur des Stechens. Im Anschluss würde hier das Selbstwertgefühl merklich steigen, was wohl ebenso mit dem neugewonnenen Gefühl der Einzigartigkeit in Verbindung stehen dürfte.

Körperkunst für die Ewigkeit

Tattoos werden von manchen Menschen auch zu reinen Dekorationszwecken getragen, ohne dass ihnen dabei eine tiefere Bedeutung zukommt. Vielmehr steht die Körperkunst als solche im Vordergrund. Nicht ohne Grund bezeichnet sich jeder Tätowierer in erster Linie als Künstler bzw. „Tattoo Artist“. Tatsächlich erfordert das Tätowieren reichlich handwerkliches Geschick, praktische Erfahrung und eine gehörige Portion Kreativität. Der außergewöhnliche Job als Tätowierer ist für viele Künstler ein Traumberuf. Da hierzu keine staatlich anerkannte Ausbildung vonnöten ist, darf man zu dem Schluss kommen, dass Talent den Markt bestimmt – die meisten Artists beweisen sich daher durch ihren ganz eigenen Tattoo-Stil, mit dem sich wiederum einige Menschen besonders gut identifizieren können.

Seit lassen sich Menschen tätowieren?

Wir berichteten schon einmal über die Entstehungsgeschichte der Tattoos. Diese reicht über 7.000 Jahre in die Vergangenheit zurück, wie Mumienfunde durch Archäologen offenbarten. Natürlich hatte ein Tattoo zur damaligen Zeit ganz andere Bedeutungen. Welche das waren berichten wir ausführlich hier: Wo haben Tattoos ihren Ursprung?.

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