Schaukelstühle gehören seit nunmehr über 100 Jahren zu den beliebtesten Sitzmöbeln überhaupt. Ihre gemütlichen Schaukelbewegungen laden uns zum Verweilen, Lesen und Denken ein und schaffen es dabei auch immer wieder, Kinder und Erwachsene gleichermaßen langsam in den Schlaf zu wippen. Erstaunlicherweise ist dennoch recht wenig über die Herkunft und Erfindung des Schaukelstuhls bekannt – und das trotz seiner weltweiten Verbreitung. Wir haben uns gefragt, wer den schaukelnden Stuhl erfunden hat und stellen seine Entstehungsgeschichte hier genauer vor.

Erfindung des Schaukelstuhls

Wie John F. Kennedy den Schaukelstuhl berühmt machte

Wirklich berühmt wurde der Schaukelstuhl spätestens mit der Präsidentschaft von John F. Kennedy. Der frühere amerikanische Präsident litt an chronischen Rückenschmerzen, woraufhin ihm sein Arzt dazu riet, zum Sitzen auf einen Schaukelstuhl zurückzugreifen. Das tat Kennedy und er fand schnell Gefallen an dem Sitzkomfort des außergewöhnlichen Möbels. Er entschied sich kurzerhand dazu, seinen Präsidentenflieger, die Air Force One, dauerhaft mit einem Schaukelstuhl auszustatten. So musste Präsident Kennedy zukünftig auf keiner seiner Reisen mehr auf den „Rocking Chair“, wie der Schaukelstuhl im Englischen genannt wird, verzichten.

Der wohl bekannteste Schaukelstuhl der Welt steht übrigens noch heute im „John F. Kennedy Presidential Library and Museum“ ausgestellt. Hier darf jeder den Lieblingsstuhl des ehemaligen Präsidenten bestaunen, auf dem er einst im Weißen Haus saß und wichtige politische Entscheidungen traf. Doch auch vor Kennedys Präsidentschaft war der Schaukelstuhl schon international weit verbreitet, obgleich ihm eher wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Wer also hat ihn ursprünglich erfunden?

War es Benjamin Franklin, der den Schaukelstuhl erfunden hat?

Eine weitverbreitete Annahme ist die, dass es Benjamin Franklin war, der den Schaukelstuhl einst erfand. Auch er liebte es, auf seinem Schaukelstuhl zu entspannen und ließ sich auf Portraits mit ihm in Szene setzen. Dennoch fehlt es an eindeutigen Quellen, die belegen, dass Franklin tatsächlich der Erfinder war.

Stattdessen gehen Historiker mittlerweile davon aus, dass der Ursprung des Schaukelstuhls im frühen 18. Jahrhundert liegt. Somit kann Franklin nicht der Erfinder sein – immerhin wäre er zu dieser Zeit noch ein Kind gewesen. Die Stühle mit ihren wippenartigen Beinen sollen einst für die Nutzung im Garten vorgesehen worden sein. Mit ihren Kufen sanken sie nicht im nassen Erdreich ein und galten so als optimales Sitzmobiliar unter freiem Himmel. Den Weg in die Wohnzimmer fanden sie demnach erst wenig später.

Schaukelstühle heutzutage

Gerade in Zeiten von Einrichtungstrends wie „Industrial“, „Shabby Chic“ & Co. erfreuen sich Schaukelstühle mehr Interesse denn je. Raumausstatter schwören auf die Verbindung zwischen Funktionalität und Design, weshalb die Stühle in kaum einer modern eingerichteten Wohnung mehr fehlen. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass die Stühle mittlerweile eher als Schaukelsessel einzustufen sind: sie kommen in den verschiedensten Ausführungen einher. Was einst ein Möbelstück aus reinem Holz war, ist längst zu einem Trendobjekt mit gemütlicher Polsterung geworden, dass ganze Einrichtungsstile kombiniert, verschmelzen lässt und neu erfindet. Gerade diese Vielfalt ist es, die dem Schaukelstuhl seinen Kultstatus verliehen hat und dafür sorgt, dass er auch zukünftig nicht mehr aus unseren Wohnzimmern wegzudenken ist.

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