Das Wort „Kammerjäger“ sollte so ziemlich jedem von uns ein Begriff sein. Vielen kommen hierbei sofort die ersten Assoziationen in den Kopf, andere wiederum wissen gar nicht, was ein Kammerjäger überhaupt ist und was er macht. Wir geben hier einen Einblick in die Arbeitswelt des Kammerjägers.

Kammerjäger bei der Arbeit

Ursprung des Begriffs Kammerjäger

Der Name Kammerjäger hat seinen Ursprung darin, dass es sich hierbei um einen Jäger handelte, der ausschließlich und persönlich im Dienst des Königs stand. Im Mittelalter kam es besonders in engeren Räumen (Kammern) zum Befall mit Schädlingen wie zum Beispiel Bettwanzen oder Flöhen. Um derart gesundheitsschädliches Ungeziefer in Gebäuden zu jagen und zu vernichten, wurde ein Kammerjäger beauftragt. Und bis heute gibt es die Kammerjäger noch – doch was machen sie heutzutage, wo es doch keinen König mehr gibt?

Der Kammerjäger – ein Beruf im Wandel

Die heutigen Kammerjäger werden zeitgemäß als Schädlingsbekämpfer bezeichnet. Früher war die ehemalige Berufsbezeichnung Rattenfängern vorbehalten, die auf die Beseitigung von Schadnagern wie zum Beispiel Mäusen, Mardern oder Ratten spezialisiert waren. In manchen Regionen und Ländern sind die Bezeichnungen „Exterminator“ oder „Desinfektor“ üblich. Das Berufsbild der Schädlingsbekämpfer umfasst mittlerweile viele weitere Spezialgebiete und erfordert enorme Vielseitigkeit.

Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer

Um den Beruf Schädlingsbekämpfer auszuüben, bedarf es einer dreijährigen Ausbildung. Diese erfolgt in einer dualen Berufsausbildung und ist nach BBIG (Berufsbildungsgesetz) anerkannt. Nur die wenigsten wissen darüber bescheid und so reiht sich die Ausbildung definitiv in die Liste der ausgefallenen Ausbildungsberufe ein.

Die Inhalte der Ausbildung zum innovativen Kammerjäger umfassen unter anderem Gesundheitsschutz und Sicherheit während der Arbeit, Planung der Arbeitsabläufe sowie Umweltschutz. Des Weiteren gehören dazu Normen und Rechtsvorschriften, die Nutzung und der Umgang mit Gefahrstoffen und Schädlingsbekämpfungsmitteln und die Bedienung wie auch Wartung der benötigten Betriebsmittel.

Die Sicherung der Arbeitsbereiche sowie Feststellung von Schädlingen wie Wespen, Ameisen oder Silberfischen in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise im Vorrats-/Gesundheitsschutz, Bauten-/Holzschutz sowie Pflanzenschutz und eine professionelle Kundenberatung sind weitere Gebiete, die zum heutigen Arbeitsbereich der Schädlingsbekämpfer gehören.

Die Erstausbildung zum Beruf des Kammerjägers beziehungsweise Schädlingsbekämpfers ist erst seit dem Jahr 2004 möglich. Davor war eine bundeseinheitliche Regelung nicht vorhanden. Ab dem Jahr 1984 jedoch gab es bereits einen Erlass bzw. eine Verordnung zur Prüfung und dem letztendlich anerkannten Abschluss zum/zur geprüften Schädlingsbekämpfer/-in.

Heutige Kammerjäger erfüllen wichtige Aufgaben

Zu den täglichen Aufgaben als Kammerjäger für die professionelle Schädlingsbekämpfung gehört es, Menschen und Natur vor Schädlingen jeglicher Art zu schützen. Hierfür müssen stets geeignete und individuelle Vorsorgemaßnahmen und Bekämpfungsmittel fachmännisch ausgewählt werden. Kammerjäger sind gleichzeitig aber auch wichtige Berater. Hierzu gehört zum Beispiel die Aufklärung zur Bekämpfungsdauer und Wirkung von Schädlingsbekämpfungsmitteln, Gefährdungspotenzialen sowie allgemeinen Vorbeuge-/Sicherheitsmaßnahmen.

Mehr als nur die Giftspritze – innovative Schädlingsbekämpfung

Als innovative Schädlingsbekämpfung noch unbekannt war, war die Bezeichnung Kammerjäger fast immer mit Giftköder oder Ähnlichem verbunden. Heutzutage wird jedoch oft mit weitaus modernen Methoden gearbeitet, die Kernaufgaben wie zum Beispiel Prävention sowie Überwachung/Monitoring beinhalten. Insgesamt gesehen gehört zur Schädlingsbekämpfung ein umfangreiches Allgemeinwissen über die verschiedenen Schädlingsarten sowie Erfahrung in Chemie, Biologie sowie Zoologie.

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