Ein Künstler wie er sein sollte – am Beispiel Billy Childish

Es ist ein Kreuz mit der Kunst. Niemand möchte auf die verzichten, doch sie ist zeitaufwendig in der Produktion und somit auch teuer. Von irgendetwas muss der Künstler ja leben, und am besten nicht wie ein Hund. Kunst kann nicht im Dienste des Broterwerbs stehen, da dies Kompromisse voraussetzen würde, doch das Mäzenatentum ist ausgestorben. Billy Childish schafft es trotzdem seit über dreißig Jahren seinen Weg zu gehen.

Und gehört hat von ihm kaum jemand. Dabei ist er ein Künstler unterschiedlicher Formen mit einem enormen Output. Den Mangel an Bekanntheit kann man wohl am ehesten darauf zurückführen, dass er sich stets benommen hat, wie es sich für einen Künstler gehört: kompromisslos und unabhängig. Als einer von wenigen hat Billy Childish (bürgerlich: William Charlie Hamper) das Attribut „selbstständig“ wahrhaft verdient, denn er hat sich der kommerziellen Seite des Kulturbetriebs gegenüber stets versperrt. Platten nimmt er häufig schneller auf, als man hingucken kann, Bilder malt er im Stundentakt, und als Literat betätigt er sich zudem auch noch in unterschiedlichen Gattungen. Sein hauptsächliches Betätigungsfeld ist die Produktion von Independentmusik, wobei Produktion in diesem Falle sowohl das Schreiben und Aufnehmen eigener Songs, als auch die Produzententätigkeit für andere Acts bedeutet. So hat er auch schon die Goldenen Zitronen aus Hamburg produziert. Dadurch, dass Childish sich nie von wirtschaftlichen Faktoren abhängig gemacht hat, blieb zwar der große Erfolg aus, und es ist zu bezweifeln, dass er diesen jemals angestrebt hat – dafür aber nennen ihn andere erfolgreiche Künstler als wichtigen Einfluss, unter ihnen die White Stripes, Blur und Die Toten Hosen.

Der Beitrag wurde am Montag, den 31. Mai 2010 um 11:07 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
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