Warum dürfen homosexuelle Männer in Deutschland kein Blut spenden?
Immer wieder hört man davon, dass die Blutkonserven knapp werden und die wird Bevölkerung dazu aufgefordert mehr oder überhaupt Blut zu spenden. Warum aber dürfen in Deutschland nach wie vor Homosexuelle kein Blut spenden?
Homosexuelle und bisexuelle Männer Personen, die an ernsthaften Krankheiten erkrankt sind, Drogenabhängigen, Prostituierten und Häftlinge gehören zu den von der Bundesärztekammer in den Transfusionsrichtlinien festgelegten Risikogruppe. Dabei ist es vollkommen egal, ob homosexuelle und bisexuelle Männer auch wirklich ein riskantes Sexualverhalten haben oder enthaltsam leben, denn sobald man auf dem Fragebogen bei der Blutspende angibt sexuellen Kontakt mit einem Mann gehabt zu haben ist man dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen.
Zahlreiche Schwulenverbände ärgern sich über diese Diskriminierung, vor allem weil es Schwulen in vielen europäischen Staaten mittlerweile genauso wie heterosexuellen Menschen erlaubt ist Blut zu spenden. Dort wird nicht mehr gefragt was für eine sexuelle Orientierung man hat, sondern wie häufig man den Partner wechselt. So werden Schwule nicht mehr diskriminiert und können ihr Blut spenden.
Diskriminierung zur Prophylaxe
Der Grund für die Diskriminierung der Schwulen wenn es ums Blut spenden geht ist, dass sie zur Risikogruppe für HIV gehören. Die Bundesärztekammer sieht in dem Blutspendeverbot für homosexuelle Männer jedoch keine Diskriminierung, sondern vielmehr eine Vorbeugung. Auch Menschen, die zwischen 1980 und 1996 länger als sechs Jahre in Großbritannien gelebt haben sind schließlich von der Blutspende in Deutschland ausgeschlossen, da ein Risiko besteht, dass sie die Creuzfeldt-Jakob-Krankheit übertragen.
In Schweden soll es ab März für Schwule, die mindestens seit einem Jahr keinen sexuellen Verkehr mit einem Mann hatten wieder möglich sein etwas für ihre Mitmenschen zu tun in dem sie Blut spenden. Schwulenverbände in Deutschland sehen das als Erfolg und wollen dieses auch in Deutschland durchsetzen, ob es allerdings in diesem Jahr noch dazu kommt bleibt fragwürdig.
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